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Geschichte des Kardinal König Hauses

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In der Nähe von Schloss Schönbrunn wurde im Jahre 1884 vom Jesuitenorden ein Jagdschloss erworben und zu einem Haus der Besinnung und der inneren Orientierung für suchende Menschen umgebaut. Später wurde der ursprüngliche Bau erweitert und im Laufe der Jahre vollständig den Erfordernissen eines modernen Seminarhauses angepasst – er wurde zum Kardinal König Haus. Gleich geblieben sind jedoch die Offenheit und die freundliche, entspannte Atmosphäre des Hauses – ein idealer Ort für Seminare, Kongresse und Lehrgänge, ein optimaler Hintergrund für die konstruktive Begegnung zwischen unterschiedlichen Menschen und Ideen.

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1884

1884 erwarben die Jesuiten von der gräflichen Familie Tige deren Schlössl in Lainz – damals ein Dorf außerhalb der Stadt. Es sollte der Ausbildung des Ordensnachwuchses dienen und den Raummangel der Jesuiten in Wien beheben helfen. Ein Jahr später wurde mit dem Bau einer Kirche an der Ostseite des Schlössls begonnen. 1886 wurde sie eingeweiht.

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Die Jesuitenkommunität Lainz 1899

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1889

Weil das Schlössl für die Bedürfnisse der Jesuiten bald zu klein war, wurde ein Westflügel angebaut, das sogenannte Exerzitienhaus. Exerzitien sind geistliche Übungen, die auf Ignatius von Loyola, den Gründer des Jesuitenordens, zurückgehen. Sie helfen, betend mit dem Wort der Bibel das eigene Leben zu ordnen und neu auszurichten.

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Eine alte Aufnahme: links im Hintergrund das Exerzitienhaus, rechts die Kirche. Beide Gebäude werden durch das Schlössl (teilweise verdeckt) miteinander verbunden.

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1939

Während des Krieges diente das Haus zeitweise jenen Jesuiten als Unterkunft, die an anderen Orten vertrieben worden waren. Ab 1941 waren die Gebäude großteils von der Wehrmacht beschlagnahmt.

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1945

Kurz vor Ende des Krieges übernahm der Jesuitenorden die Leitung der hiesigen Pfarre. Nach der kriegsbedingten Unterbrechung wurde der Betrieb des Exerzitienhauses wieder aufgenommen. Das Angebot wurde breiter und differenzierter und richtete sich zunehmend auch an Frauen.

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1967

An der Stelle der Kirche des Exerzitienhauses wurde ein Soziales Bildungshaus errichtet und 1967 von Kardinal König gesegnet. Neben der Exerzitienarbeit wurde die praktische Bildungsarbeit ein neuer Schwerpunkt. Die Jesuiten wollten so der gesellschaftlichen, sozialen und politischen Verantwortung der Kirche gerecht werden, welche das Zweite Vatikanische Konzil betont hatte.

Im gleichen Jahr erfolgte die Grundsteinlegung zum Bau der Konzilsgedächtniskirche (von Josef Lackner geplant), die bis heute als Pfarrkirche dient.

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Das Soziale Bildungshaus Ende der 1960er-Jahre. Das dunkelgelbe Gebäude im Hintergrund ist das Schlössl.

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1999

Ab 1995 wurde das Haus generalsaniert und an der Stelle des Sozialen Bildungshauses ein Neubau errichtet. Der gesamte Komplex wurde 1999 durch Kardinal König gesegnet und ist seither nach ihm benannt: Kardinal König Haus.

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2007

Seit 2007 wird das Kardinal König Haus vom Jesuitenorden und der Caritas der Erzdiözese Wien gemeinsam getragen. Aus dem ursprünglichen Schlössl wurde so das heutige Bildungszentrum der Jesuiten und der Caritas. Es bietet ein umfangreiches Programm und ist gleichzeitig Tagungsort für externe Bildungsangebote mit 13 modernen Seminarräumen, 46 Zimmern, hauseigener Küche und einem großen Park.

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Das Kardinal König Haus im Jahr 2013: im Vordergrund das sogenannte Exerzitienhaus, daran anschließend das Schlössl und dann der Neubau. Die quadratische Konzilsgedächtniskirche ist über eine Brücke mit dem Kardinal König Haus verbunden. Im Hintergrund sieht man den Küniglberg.

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Lesen Sie eine ausführlichere Hausgeschichte, die Klaus Schweiggl SJ 2009 zum 125-jährigen Jubiläum der Jesuiten in Lainz präsentierte:

PDF-Datei: Jesuiten damals wie heute_Vortrag P. Schweiggl SJ