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Aktuelles

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100 Einführungskurse für „Lebens-, Sterbe- und Trauerbegleitung“Link kopieren

Festvortrag

Mit einem Vortrag von Monika Müller zum Thema „Haltung, um zu halten“ wurde am 19.2.2024 das Jubiläum des 100. Einführungskurses für Lebens-, Sterbe- und Trauerbegleitung im Kardinal König Haus gefeiert. Die Kurse wurden 1990 von Sr. Hildegard Teuschl CS zunächst im Caritas Ausbildungszentrum in der Seegasse begründet und seit 1996 im Kardinal König Haus durchgeführt. Patrick Schuchter, Bereichsleiter Hospiz, Palliative Care und Demenz, Direktor P. Friedrich Prassl SJ und Sr. Karin Weiler CS, verantwortlich für die Einführungskurse für Lebens-, Sterbe- und Trauerbegleitung begrüßten viele Wegbegleiter:innen, Referent:innen der ersten Kurse, Menschen, die für den guten Rahmen, die Organisation und die Weiterentwicklung gesorgt hatten, viele Absolvent*innen und Kursteilnehmer*innen und Vertreter*innen von Organisationen, in denen Kursabsolvent*innen ehrenamtlich tätig werden. Gekommen waren auch Vertreter*innen des Dachverbandes Hospiz Österreich und die Schwester von Hildegard Teuschl, Anneliese Haslinger. Als kleine Aufmerksamkeit verteilte Gitti Ronniger Zimtschnecken an die Referierenden, die dazu beigetragen hatten, dass in 100 Kursen ca. 2500 ehrenamtliche Hospiz Begleiter*innen qualifiziert wurden. Monika Müller und das Team des Kardinal König Hauses schnitten anlässlich des 100. Kurses eine Geburtstagstorte an. Hier kann man sich zum nächsten Einführungskurs anmelden https://www.kardinal-koenig-haus.at/bildungsprogramm/hospiz-palliative-care-demenz/lehrgaenge/einfuehrungskurs-in-die-lebens--sterbe--und-trauerbegleitung

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...und 6 weitere Fotos.

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Spiritualität und ExerzitienLink kopieren

© Kardinal König Haus

Lehrgang Exerzitien begleiten und leiten

Exerzitien sind ein intensiver Weg im Schweigen und Gebet mit Gott über mehrere Tage oder Wochen. Dabei ist das tägliche Begleitgespräch mit einer geistlichen Person wichtiger Bestandteil dieses Weges.
Der Lehrgang möchte Frauen und Männer dazu befähigen, Exerzitien zu geben und dabei Einzelne und Gruppen zu begleiten. Sie erhalten Hilfe für ihr Wachstum im Glauben, um so auch anderen auf ihrem Glaubensweg helfen zu können.
Die Dynamik des ignatianischen Exerzitienweges wird als Übungsweg durchlebt und dann in all seinen Dimensionen geistlich und theologisch durchgearbeitet. Daher hat die eigene Teilnahme an den 30tägigen, sogenannten Großen Exerzitien zentrale Bedeutung innerhalb des gesamten Lehrganges. Darauf aufbauend werden dann in einem Zeitraum von gut zwei Jahren in ca. 40 weiteren Kurstagen vielfältige praktische Fähigkeiten vermittelt, Exerzitien anzuleiten und andere Menschen geistlich zu begleiten, d.h. ihre geistlichen Prozesse zu erkennen und ihnen Hilfen anzubieten für die jeweils nächsten Schritte.
Der nächste Lehrgang ist in Aussicht genommen und in ungefähr einem Jahr wird die Bewerbungsphase dafür beginnen.
Für nähere Informationen wenden Sie sich gerne an Sr. Johanna Schulenburg CJ unter schulenburg@kardinal-koenig-haus.at

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2. Prof. Rudolf-Gelbard-SymposiumLink kopieren

© Kardinal König Haus

Dialog der Religionen am 29.01.2024

Unser Direktor P. Friedrich Prassl SJ resümiert den Abend:

Ich bin dankbar, dass dieser "Dialog der Religionen" im Kardinal König Haus stattgefunden hat. Auf Einladung der SPÖ Bildung sind knapp 200 Menschen unterschiedlicher Glaubensrichtungen zusammengekommen, um Verständnis, Toleranz und Zusammenhalt zu fördern. Gerade heute ist das ein starkes Zeichen für Frieden, nach dem wir uns alle sehnen.

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Hospiz, Palliative Care, DemenzLink kopieren

© Kardinal König Haus

Jubiläum 100. Einführungskurs für Lebens-, Sterbe- und Trauerbegleitung im Kardinal König Haus

Wir feiern den Abschluss des 100. Einführungskurses für Lebens-, Sterbe- und Trauerbegleitung
Zwei Kursgruppen mit insgesamt 46 Teilnehmer*innen schlossen am 13. 1. 2024 den Einführungskurs für Lebens-, Sterbe- und Trauerbegleitung ab. Die Kursleiterin Sr. Karin Weiler CS, Bereich Hospiz, Palliative Care und Demenz im Kardinal König Haus, die Kursbegleiterinnen Monika Aschauer, Krankenhaus Göttlicher Heiland, Gitti Ronniger, Tageshospiz der Caritas der Erzdiözese Wien und Maria Pöplitsch stießen mit Klaus Schwertner, Caritasdirektor der Erzdiözese Wien und Absolvent des 100. Kurses und Direktor P. Friedrich Prassl SJ sowie mit allen Teilnehmer*innen auf den 100. abgeschlossenen Lehrgang an.
„Ich bin sehr dankbar, dass dieser Kurs im Kardinal König Haus ein solches Jubiläum feiern kann. Darin kommt die Bedeutung einer fundierten Lebens-, Sterbe- und Trauerbegleitung zum Ausdruck.“ freut sich Direktor P. Friedrich Prassl SJ
„Seit dem Anfangsimpuls von Sr. Hildegard Teuschl haben viele Referierende ihr Wissen, ihre Erfahrung und Begeisterung zur Verfügung gestellt und viele ganz besondere Menschen in ihrem Lernprozess im Kurs begleitet. Ich freue mich über so viele Absolvent*innen, die jetzt an unterschiedlichen Orten dazu beitragen, dass Menschen gut begleitet leben können bis zuletzt.“ Sr. Karin Weiler CS, verantwortlich für Befähigungskurse für ehrenamtliche Hospizbegleiter*innen im Kardinal König Haus
100 Kurse seit Sr. Hildegard Teuschl
Seit 2002 leitet Sr. Karin Weiler CS die Kurse, die von Sr. Hildegard Teuschl CS gegründet wurden und rund 2.500 Absolvent*innen hervorgebracht haben. Bei einer Festveranstaltung mit Vortrag von Monika Müller unter dem Titel „Haltung, um zu halten“ wird das Jubiläum am 19. Februar 2024 weiter gefeiert. (Anmeldung erforderlich!)
Es lebt sich besser in einer Gesellschaft, in der sich Menschen mit dem Thema Sterben, Tod und Trauer auskennen
Der Kurs qualifiziert ehrenamtliche Hospizbegleiter*innen nach den Standards des Dachverbands Hospiz Österreich für die hospizliche Begleitung: mobil oder stationär, in Langzeitpflegeeinrichtungen oder einer Palliativstation, im Tageshospiz oder einem stationären Hospiz, für Menschen in schwerer Krankheit, mit Demenz oder für Kinder und ihre Familien. Darüber hinaus nehmen Menschen an den Kursen teil, die sich mit den Themen Tod und Trauer, Endlichkeit des Lebens auseinandersetzen möchten. Die Kurse bieten neben einer breiten Einführung in die Themen Sterben, Tod und Trauer mit praxiserfahrenen Referierenden aus unterschiedlichen Berufsgruppen viel Möglichkeit der intensiven Auseinandersetzung in der Kursgruppe, zum Lernen an unterschiedlichen Sichtweisen und zur Vorbereitung auf die praktische Erfahrung in einer Einrichtung. Die Besonderheit im Kardinal König Haus ist, dass hier Teilnehmende miteinander lernen, die später in unterschiedlichen Einrichtungen tätig werden oder sich nach dem Kurs dort, wo sie stehen, als Ansprechpartner*in für Betroffene erweisen.

Restplätze frei im Kurs 101 und 102 ab Februar 2024
Wer gerne selber mehr erfahren möchte und Interesse an der ehrenamtlichen hospizlichen Begleitung von Menschen am Lebensende und ihren Angehörigen hat, kann sich hier informieren:
Kardinal König Haus
1130 Wien, Kardinal-König-Platz 3
Mag.a Martina Schürz: 01-804 75 93-629
schuerz@kardinal-koenig-haus.at
Eine Anmeldung zu den Kursen ist unter anmeldung@kardinal-koenig-haus.at möglich.

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Spiritualität und ExerzitienLink kopieren

Träume - Spuren zur Lebendigkeit

Durch die Träume sind wir mit einem inneren Wissen, mit einer inneren Weisheit in Verbindung.
Sie schenken uns Orientierung und führen uns in eine größere Freiheit und Weite.
Traumbilder zeigen uns, wo der Fluss unseres Lebens gehemmt ist.
Sie erinnern uns an Verdrängtes und Vergessenes und machen uns auf nicht Gelebtes aufmerksam.
Sie weisen uns auf unsere Einseitigkeiten hin und wollen uns zur Ganzheit zurückführen, damit wir unser seelisches Gleichgewicht wiederfinden.
Träume helfen uns zu verstehen, wer wir wirklich sind und wie unser Leben gelingen kann.

Wie die Bibel so beinhalten auch Träume heilsame und befreiende Bilder. Für die biblischen Prophet*innen war es noch selbstverständlich, dass Träume eine wesentliche Form der Kommunikation mit Gott sind. Heute braucht es eine neue Annäherung an diese spirituelle Tradition. Dafür ist es notwendig, die Symbolsprache der Träume zu verstehen.
Für die Begleitung von Menschen ist es wichtig zu wissen, wo die Chancen der Arbeit mit Träumen liegen und wo auf Grenzen zu achten ist.

Mit der gemeinsamen Arbeit an Symbolbildern und Traumbeispielen wird die Basis gelegt werden, um Freude an der Traumarbeit zu gewinnen.
Für eine Form der Traum-Selbsterarbeitung wird gebeten, einen persönlichen Traum mitzubringen.

Samstag, 27.01., 10.30 Uhr -21.00 Uhr und Sonntag, 28.01.2024, 9.00 Uhr - 13.30 Uhr
https://www.kardinal-koenig-haus.at?va=37097

 

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Seminarreihe Klimagerechtigkeit
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Öffentliche Podiumsdiskussion im Kardinal König Haus

Wir brauchen eine mutige kulturelle Revolution

Im Rahmen der dreiteiligen Seminarreihe zu Klimagerechtigkeit, welche die Donau Universität Krems in Kooperation mit dem Kardinal König Haus anbietet, findet am Dienstag, den 16. Jänner 2024 um 18.00 Uhr eine öffentliche Podiumsdiskussion statt. 

Mit P. Dr. Jörg Alt SJ (Ukama – Zentrum für Sozial-Ökologische Transformation, Nürnberg),
Christiane Brunner (Vorstand, CEOs For Future),
Irmgard Prosinger (Unternehmensberaterin, begleitet KMUs bei sozial-ökologischen Transformationsprozessen, Wien), Jonas Seyr (Zivildiener, „Letzte Generation“, Linz),
Univ.-Prof. Dr. Christian Zeller (Wirtschaftsgeograph, Universität Salzburg)

Moderation: PD Mag. Dr. Ernst Fürlinger, Universität für Weiterbildung
Krems, Plattform für Nachhaltige Entwicklung (SDGs)

PDF-Datei: Seminarreihe Klimagerechtigkeit

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Lernen Sie die Seminarräume des Kardinal König Haus kennen …Link kopieren

… und stoßen Sie mit uns auf das neue Jahr mit einem Glas Sekt an.

Ob Tagungen, Klausuren, Workshops, Firmenevents oder private Feiern – besichtigen Sie unsere Seminarräume von klein bis groß und lassen Sie sich von unserem Veranstaltungsteam über die Möglichkeiten informieren.

Vielleicht ist gerade das Richtige für Sie dabei.

Melden Sie sich gerne bei unserem Veranstaltungsteam um einen Besichtigungstermin zu vereinbaren.

Fr. Kathrin Retschitzegger, MBA
01/804 75 93 605
retschitzegger@kardinal-koenig-haus.at

Fr. Mag. Karin Trojer, Akad. T&EWU
01/804 75 93 628
trojer@kardinal-koenig-haus.at

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Übernachten im Kardinal König HausLink kopieren

schönes Doppelzimmer

Wussten Sie schon, dass unser Seminarzentrum auch 31 Einzelzimmer, 9 Doppelzimmer und 3 Dreibettzimmer anbietet? 5 Zimmer sind auch barrierefrei eingerichtet.

Gönnen Sie Ihrem Besuch einmal eine besondere Unterkunft, genießen Sie selbst unsere ruhigen, komfortablen Zimmer oder planen Sie einen Städtetrip in die Hauptstadt. Nachdem die Straßenbahn 60 vor der Haustür fährt, brauchen Sie nur 20 min in die Stadt.

Kontaktieren Sie uns gerne für Einzelbuchung unter folgenden Kontaktdaten:
rezeption@kardinal-koenig-haus.at
Tel.: +43 1 804 75 93 DW 611 oder DW 626

Kontaktieren Sie uns für Gruppen-, Kultur- und Sprachreisen unter folgenden Kontaktdaten:
office@kardinal-koenig-haus.at
Tel: +43 1 804 75 93 DW 605 oder 628

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Abschied und großer Dank!Link kopieren

Unsere liebe Kollegin Petra Rösler bricht nach 17 Jahren im Kardinal König Haus auf zu neuen Aufgaben. Petra Rösler hat unter anderem Lehrgänge ins Leben gerufen, insbesondere zu ihrem Lebensthema Demenz: Begleiten bei Demenz, Dementia Care Leadership. Aber auch die Lehrgänge Freiwilligenkoordination und Wege aus der Einsamkeit gehören dazu. Sie hat das Netzwerk „MITEINANDER im demenzfreundlichen Hietzing“ aufgebaut sowie zahlreiche weitere Vernetzungsformate, die über die Grenzen Wiens und Österreichs wirksam geworden sind, von denen viele in ihrer Arbeit und ihrem Engagement profitiert haben und die enthusiastisches Feedback von vielen Seiten hervorgerufen haben.

Wir und viele andere haben Dich als scharfsinnige Gesellschafts-Beobachterin zu den Themen Alter, Pflege, Demenz kennen und schätzen gelernt. Nach einem Begegnungscafé im Kardinal König Haus glaubten wir ein besonderes Strahlen bei Dir wahrnehmen zu können. Für all das danken wir!

Die Diakonie Österreich darf sich glücklich schätzen, dich als Sozialexpertin für die Themen Alter und Pflege sowie Nachhaltigkeit begrüßen zu dürfen. Dafür wünschen wir dir alles Gute und freuen uns darauf, deine Stimme über diesen Weg weiter hören zu dürfen!

Liebe Petra, alles Beste auf diesen Wegen,
Patrick Schuchter fürs Team von Hospiz, Palliative Care, Demenz

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Adventgruß des Direktors Friedrich Prassl SJLink kopieren

Advent – Zeit des Wartens und Erwarten

„Ich kann es kaum erwarten!“ Der Advent macht uns deutlich, dass es nicht einfach ist, zu warten und zu erwarten – mehr Stille, Ruhe, die Geburt Jesu. Das braucht innere Vorbereitung und eine Achtsamkeit des Herzens. Wer hat heute noch Geduld und Zeit auf etwas oder auf jemanden zu warten? Obwohl wir es versuchen, werden wir gerade in diesen Wochen oft in eine andere Welt hineingezogen. Eine Welt voller Termine, Fristen, Herausforderungen, Ablenkungen von außen sowie auch mit unnötigen Anforderungen unserer eigenen Ungeduld.

 

PDF-Datei: adventgruss_-_zeit_des_wartens_und_erwartens.pdf

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Was ist eine philosophische Grundhaltung in der Fürsorgebeziehung?Link kopieren

Patrick Schuchter, Stefanie Rieger

Der kanadische Medizinsoziologe Arthur W. Frank war schwer an Krebs erkrankt und erinnert sich an zwei Zeiten des Erlebens im Krankenhaus. Das Eine war die Zeit alleine: einsame, grüblerische Stunden, „während derer die anderen Menschen mit den Aufgaben beschäftigt waren, mit denen gesunde Menschen ihre Zeit verbringen und ich zu krank war, um etwas anderes zu tun als dazuliegen“. Diese Zeit war unter anderem vom Nachdenken darüber geprägt, welche Wahrheiten und Werte, welches Verständnis von sich und der Welt auch angesichts des Todes, des Schmerzes und der Ohnmacht noch tragen. Das Andere war die Zeit mit anderen. Hier wünschte sich Frank, dass er als Patient nicht bloß Gegenstand professioneller Verrichtung sei, sondern dass er auf Menschen treffen würde, die bereit waren ihm auch zuzuhören, während „ich auf eine Geschichte hinarbeitete, die aus meinem Leben mit Krankheit Sinn machen würde“. Nicht in Bezug auf das medizinische Programm, sondern weil Sinngebungen und Auffassungen das „normal-gesunden“ Daseins sich aufgelöst haben und im Licht eigener Verletzlichkeit, Ohnmacht und Endlichkeit neu entdeckt werden müssen.

Formen des Verstehens und der Ich-Du-Beziehung

In seinem Hauptwerk Wahrheit und Methode erläutert Hans-Georg Gadamer auf wenigen, aber sehr erhellenden Seiten die Grundstruktur des Verstehens bzw. der zwischenmenschlichen Beziehung des Verstehens – also seine berühmte Theorie der Hermeneutik. Er führt dabei drei mögliche Verhaltensweisen vom Ich zum Du an – und diese lassen sich mit einer gewissen Präzision auf die „klinische Beziehung“ (also etwa zwischen einer Ärztin und einem Patienten oder einem Pfleger und einer Patientin) übertragen.

Eine erste Erfahrung des Du vollzieht im Kern, was Gadamer Typisches heraussehen nennt und meint damit den Blick der Statistik, der naturwissenschaftlichen Methodik, der Logik der Verwaltung. Ein Mensch ist dann, in irgendeiner Hinsicht (der Niere, der Koronararterie, der Psyche, …) ein „Fall zu einer Regel“. Genau genommen hat es das Ich gar nicht mit einem Du, sondern mit bestimmten Eigenschaften zu tun. Kurz, wir haben es mit der berühmten „Galle auf Zimmer 7“ zu tun. Es ist die Tragik, aber auch die Errungenschaft moderner Bürokratie und Technik auf solider Basis für die breite Masse Gesundheitsprobleme bearbeiten zu können.

Eine zweite Erfahrung des Du macht sich ein ganzheitliches Bild. Ein Mensch ist nun nicht mehr ein Fall zu einer Regel, sondern wird als Person vom Team ganzheitlich erfasst. Ein vollständiges Bild enthält nicht nur die Fülle körperlicher Symptome, sondern auch psychosoziale Aspekte, spirituelle Einstellungen und Bedürfnisse, deklarierte und verfügte Willenserklärungen, aber auch die Erzählungen von der eigenen Begegnung mit der Patientin. Gadamer verweist darauf, dass die Fülle ganzheitlicher Informationen und persönlichen Eindrücken aus verschiedenen Quellen in eine Einfühlung münden können. Professionalität ist hier sozusagen am Höhepunkt: ganzheitlich orientiert und auch die Berufs- und Lebenserfahrung der Helfenden einbeziehend.

Interessant ist nun die Wendung zur dritten Position des Ich zum Du, die wir teilnehmendes Verstehen nennen können und die eine (ausdrückliche) Praxis des Philosophierens impliziert.  Denn nach seiner Analyse des Verstehensprozesses (Hermeneutik) können wir nur „sehen“ und „verstehen“, was wir immer schon in einer gewissen Weise verstanden haben. Was wir wahrnehmen, hören, auffassen hängt – in einer Rückwendung zu sich selbst – mehr von unserem Vorverständnis ab als wir im Alltag so meinen. Menschen in helfenden Tätigkeiten sind dafür nun in einer besonders günstigen Position, denn sie bekommen von anderen zu denken, die die Grenzen des Lebens erfahren (müssen). Von den Sterbenden lernen hieß das schon bei Elisabeth Kübler-Ross – und viele Menschen im Hospizehrenamt haben das Gefühl weniger selbst zu geben als zu bekommen. In der dritten Position steht nun nicht nur ein Dienstleister einer Patientin gegenüber, um ganzheitlich Bedürfnisse zu erfassen und zu erfüllen, sondern zwei Menschen begegnen sich auf Augenhöhe angesichts der Fraglichkeit ihres eigenen existenziellen Erlebens. Gadamer sagt das sehr schön: Um eine Frage (wirklich) zu verstehen, muss ich sie mir selbst stellen.

Ein Ohr leihen – und Philosophieren als Gehörbildung

Gerd Achenbach, einer der Begründer der Philosophischen Praxis, gebraucht in diesem Sinne die schöne Metapher des Ein-Ohr-Leihens. Ein seltsamer Ausdruck – aber äußerst erhellend. Die Erzählende bekommt ein fremdes Ohr geliehen, durch das sie ihre eigene Geschichte ein wenig anders, erneuert hören kann. Das ist es, was Arthur W. Frank beschreibt. Dann kommt es aber darauf an, ob dieses geliehene Ohr ein differenziertes ist, das feine Unterschiede, überraschende Details, größere Zusammenhänge, Tiefen und Höhen, Zwischentöne zu hören imstande ist oder nicht. Das philosophische Gespräch mit anderen in gegenseitiger Anteilnahme ist Bildung des Gehörs, es vertieft und erweitert unser Verständnis von den Dingen – und hilft uns feinfühliger und differenzierter zu hören.

Wichtig ist zu sehen, dass die Rolle des philosophischen Gesprächs nicht in der direkten Patientenkommunikation zu finden ist, sondern im Dialog der Helfenden untereinander oder mit sich selbst. Aber die Sterbenden geben den Lebenden zu denken.

Nicht aufhören, zuzuhören und Fragen zu stellen

Cicely Saunders hat das in ihrer Gründungsarbeit der Hospizbewegung klar gefühlt und auch zum Ausdruck gebracht in ihrem berühmten bonmot: Ganz gleich was passiert, wir dürfen „nicht aufhören zuzuhören und Fragen zu stellen“.  Man müsse sich(!) immer wieder fragen: „Welche Philosophie steckt hinter dem, was ich tue?“ Und die Philosophie, die jeder einerseits immer schon hat, andererseits ein Leben lang weiterentwickelt, müsse „dem Einzelnen gerecht werden“, aber „auch die Gemeinschaft im Auge haben“.

In unserem Programm experimentieren wir immer wieder mit philosophischen Formaten. Wir bemerken auch, dass das ökonomisch ein Minusgeschäft ist und immer „extra“ gemacht werden will. Aber es ist eine Aufgabe, in der sich das Existenzielle der Sorge mit der Notwendigkeit in einer Demokratie, Diskurse zu Lebensthemen in kleinen, lokalen Öffentlichkeiten zu führen, verbindet.

 

Patrick Schuchter ist Leiter der Abteilung Hospiz, Palliative Care und Demenz am Kardinal König Haus und leitet das FWF-Projekt „Philosophische Praxis in Palliative Care und Hospizarbeit“ am CIRAC (Zentrum für Interdisziplinäre Alterns- und Care-Forschung), Universität Graz https://cirac.uni-graz.at/de/

Stefanie Rieger ist Philosophische Praktikerin (www.denken-und-staunen.de), Mitarbeiterin im Forschungsprojekt und am CIRAC, Universität Graz sowie Gastgeberin unterschiedlicher Veranstaltungen im Kardinal König Haus.

Literatur bei den Verfasser*innen

 

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Hospiz, Palliative Care und DemenzLink kopieren

Neu im Team

Wir freuen uns über Marianne Buchegger, die unser Team Hospiz, Palliative Care und Demenz ab sofort verstärkt. 

Sie ist Leiterin eines Tageszentrums für Senior*innen und Menschen mit Demenz bei der CS Caritas Socialis in Wien, Koordinatorin der Gruppe 1030 Promenz, Blogbeauftragte bei Hospiz Österreich, sowie Bloggerin für Standard.at.
Vortragende im Universitätslehrgang Palliative Care, PMU Salzburg und am WIFI Wien

"Demenz geht uns alle an! Ich freue mich sehr darauf, den Lehrgang von Petra Rösler zu übernehmen und An- und Zugehörige, Betreuungspersonen, Ehrenamtliche, sowie alle Interessierten im Umgang mit Demenz und Vergesslichkeit fortzubilden und zu begleiten."

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Philosophie Link kopieren

Das philosophische Gespräch: frei denken und zuhören…

Wenn Gespräche schwer fallen, kann die Philosophie eine mögliche Brücke sein. Angebote dazu bieten wir nicht nur im Programm von Hospiz, Palliativ Care, Demenz*, sondern immer wieder auch auf Einladung bei externen Veranstaltungen. So hat Bereichsleiter Patrick Schuchter kürzlich ein Seminar im Landeskrankenhaus Graz zum Thema „Das philosophische Gespräch als Brücke zum anderen Menschen“ abgehalten. Die (übrigens inspirierende und großartige) interprofessionelle Gruppe hat rückgemeldet, dass das philosophische Gespräch, es „ermöglicht frei zu denken, andere Ansichten zu hören und keine Angst haben zu müssen, etwas richtig oder falsch zu machen“. Fazit von P. Schuchter: Philosophie wird als ungewöhnlicher „Aufhänger“ erlebt, aber brauchen wir nicht mehr solche Gesprächsorte in unserem Miteinander?

* zum Beispiel im Seminar am 21.11. (https://www.kardinal-koenig-haus.at?va=36732) oder ganz formlos abends im Philosophicum am 16.11.(https://www.kardinal-koenig-haus.at?va=37353)

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Spirituelle KonversationLink kopieren

© Jesuiten.org

Wie wir miteinander sprechen

Teil eins einer Artikelserie von Mag. Georg Nuhsbaumer*

Beinahe 500 Personen nehmen am weltweiten Synodentreffen von 4. bis 29. Oktober in Rom teil. Damit sie einander trotz verschiedener Sprachen, Hintergründe und Meinungen zuhören können und das Treffen Früchte trägt, praktizieren sie die „Spirituelle Konversation“. Was das ist und wie sie auch in kleineren Gruppen gelingen kann, zeigt diese Serie.

Am Ostertag brechen zwei Jünger von Jerusalem nach Emmaus auf. „Sie sprachen miteinander über all das, was sich ereignet hatte“, heißt es im Evangelium (Lukas 24, 14). Jesus gesellt sich zu ihnen. Im Laufe ihres Gespräches machen sie die Erfahrung, dass in ihrem Austausch ein tieferes Verständnis wächst für das, was sich ereignet hat, dass sich eine neue Perspektive für ihre Zukunft eröffnet und sie tiefe Gemeinschaft erfahren. Was der Evangelist Lukas hier beschreibt, kann man als „spirituelle Konversation“ bezeichnen.

JEDER MENSCH EIN „WORT GOTTES“
Spirituelle Konversation ist ein Begriff, der in den letzten Jahren im Kontext einer synodalen Kirche an Bedeutung gewonnen hat. Er hat das Potenzial, die Art und Weise, wie wir miteinander sprechen und reflektieren, zu verändern. Das Grundlegendste, was Menschen miteinander tun, ist kommunizieren. Sprache hilft, Beziehungen aufzubauen und zu erhalten, dazuzulernen oder überhaupt zu denken und die Wirklichkeit zu erfassen.

Mit dem Blick des Glaubens betrachtet, vollzieht sich in der menschlichen Begegnung und im Gespräch etwas Besonderes: Gott offenbart sich nicht nur in der Schöpfung insgesamt, in Jesus Christus, in seinem Wort und seiner Kirche, sondern auch in den individuellen Erfahrungen eines jeden Menschen. In diesem Sinn kann man sagen, dass in der Begegnung mit anderen jeder Mensch „ein kleines Wort Gottes“ sein kann, weil Gott in der Welt und in jeder Person gegenwärtig ist. Diese Formulierung wird Karl Rahner zugeschrieben.

DAS GESPRÄCH ALS GEISTLICHE QUELLE
Im Hören auf die anderen und auf meine eigenen inneren Regungen kann ein Gespräch zu einer geistlichen Quelle werden und Gottes Wirken und Willen erahnen lassen. Im Spüren zum Beispiel von Dankbarkeit, Sehnsucht oder Trauer in einem Gespräch können wir uns für das Wirken Gottes öffnen. Wir können Mitwirkende Gottes werden, indem wir Unterscheidungsfähigkeit entwickeln, bewusste Entscheidungen treffen und entsprechend handeln.

ZUERST HÖREN
Spirituelle Konversation ist eine strukturierte Gesprächsmethode, die das Hören in den Mittelpunkt stellt, sowohl das gegenseitige Hören aufeinander als auch das gemeinsame Hören auf Gott. Es geht darum, Gespräche so zu führen, dass sie Gottes Wirken in unserer Mitte erkennen lassen. Diese Art und Weise des miteinander Sprechens und aufeinander Hörens ist der Kern dessen, was Papst Franziskus mit synodalem Vorangehen als Kirche meint.

METHODE FÜR SYNODALE KIRCHE
Spirituelle Konversation ist mehr als ein Gespräch über spirituelle Themen. Sie ermöglicht es Menschen, sich auf der Herzensebene miteinander zu verbinden, ihre Beziehung zu Gott zu vertiefen und gemeinsam auf dem Weg zur Erkenntnis voranzukommen. Spirituelle Konversation kann unter Freunden, Eheleuten oder in Familien stattfinden, in einem Bibelkreis, einer Gebetsgruppe, einem Pfarrgemeinderat. Führen wir dort solche Gespräche? Was wäre dann anders? Wie könnte das gehen?

* erschienen auf meinekirchenzeitung.at am 28.09.2023. Teil 2 bis 4 erscheint dort in den nächsten Wochen

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Veränderung im Netzwerk MITEINANDER im demenzfreundlichen HietzingLink kopieren

MITEINANDER im demenzfreundlichen Hietzing

© Kardinal König Haus

7 Jahre hat Petra Rösler vom Kardinal König Haus die Koordination innegehabt. Nun geht diese Zeit zu Ende. Gemeinsam haben wir ein neues Modell entwickelt: Eine Steuergruppe teilt sich die Koordination und die einzelnen Arbeitsfelder auf. So bündeln wir die Ressourcen und können viele Talente und Zugänge verbinden. Am 19.9. gab es verbale und echte Blumen und sogar einen Ehrenteller des Bezirks. Wir müssen aber auch der Bezirksvorstehung Rosen streuen: Silke Kobald hat vom ersten Kontakt an das Netzwerk prima unterstützt und sich persönlich stets interessiert und eingebracht. DANKE allen, die sich seit Jahren für unsere Ziele einsetzen!
(Im Bild die Bezirksräte Evi Pohl-Iser, Andreas Schöll, Verena Sperker und Christopher Hetfleisch sowie Michael Mertl in Vertretung der Bezirksvorsteherin Silke Kobald.)

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Unser Park ist nun ein „Friedensgarten“!Link kopieren

Friedensgarten

© Thomas Werchota

2.6.2023

Der erste Friedensgarten in Wien befindet sich in Hietzing. Der große Park des Kardinal König Hauses ist ab sofort Teil des Netzwerks, in dem sich verschiedenste Grünanlagen zusammenschließen zu einer „stillen Allianz als respekt- und friedvolle Alternative zum Raubbau von Krieg und Wachstumsgier“. (www.friedensgaerten.net)

P. Friedrich Prassl SJ, Direktor der Bildungshauses, erläutert die Motivation zu diesem Schritt: „Drei Prinzipien, die uns im Bildungshaus leiten, lauten: Standpunkt, Offenheit und Dialog. Ich bin überzeugt, dass diese Werte eine schlichte, aber wirksame Formel sind für ein friedliches Miteinander, für eine friedensförderliche Kultur im Arbeiten und Leben unserer Teilnehmenden.“

Im Park mit seinem großen Bestand an alten Bäumen, Blumen und Bienenstöcken finden Teilnehmer*innen und Gäste des Hauses einen Ort der Einkehr und der Begegnung. P. Prassl wünscht sich, dass hier „Stille, Einkehr, Respekt für die Natur und alle Geschöpfe, Ermutigung zum Handeln für Schwache und Impulse für eine gerechte Welt geschehen.“

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Gesegnete Ostern 2023Link kopieren

Steine ins Rollen bringen – nicht nur zu Ostern!

Der Stein vor oder auf einem Grab ist ein hartes Zeichen der Unveränderbarkeit der Vergangenheit. Ostern lenkt unseren Blick jedoch wieder auf eine andere Wirklichkeit. Die Frauen vor dem Grab Jesu erleben, wie der Grabstein weggerollt ist. Sie machen diese befreiende Erfahrung. Das Grab ist nicht mehr verschlossen. Gott hat den Stein weggerollt und den Weg zum neuen Leben frei gemacht. „Fürchtet euch nicht! Jesus ist auferstanden. Geht, sagt es den anderen. Ihr werdet ihn sehen!“ Das sind die österlichen Zusagen an die ersten Zeuginnen.

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Zu dieser Erinnerung und Erfahrung sind auch wir an Ostern wieder eingeladen. Nicht alle Steine auf unserem Weg sind unverrückbare Hindernisse. Wir stellen uns in schwierigen Situationen manchmal die Frage: „Wer rollt mir den Stein weg?“ Meistens ist es nicht der eine große Stein, sondern viele kleinere und größere Steine, die uns auf der Seele liegen. Steine, die uns belasten; Steine, die Druck auf uns ausüben; Steine, die uns im Magen liegen, Steine der Angst, der Sorge, der Hoffnungslosigkeit, des Egoismus, der unerfüllten Wünsche, der Beziehungsunfähigkeit, der Krankheit, des Abschieds. Die Friedlosigkeit zwischen Menschen und Nationen, die damit verbundene Not und das Leid so vieler Menschen sowie die Ohnmacht in diesen Situationen belasten uns auf vielfältige Weise.

Nicht alle Steine auf unseren Lebenswegen müssen und können wir alleine wegrollen. Wenn wir nur die Sorgen und Nöte sehen, sind wir selbst in Gefahr, verschlossen und versteinert zu werden. Stein für Stein errichten wir manchmal in uns Gräber der Unzufriedenheit, in denen wir auch die Hoffnung vorschnell begraben. Wenn wir glauben, dass der Tod stärker ist als das Leben, werden wir mutlos und hilflos. Zeitmangel, der unter Druck setzt, Arbeitslosigkeit, die belastet, Streit, der nicht zur Ruhe kommen lässt und vieles infrage stellt, eine schlimme ärztliche Diagnose, die lähmt und kraftlos macht – all das sind solche steinigen „Todeserfahrungen“, die wir wie Gräber empfinden.

„Wer wälzt mir den Stein vom Eingang des Grabes weg?“ Sehr groß und schwer wie ein Felsblock und scheinbar unüberwindlich ist manchmal die Grenze, die das Leben vom Tod trennt, die Hoffnung von der Verzweiflung und Enttäuschung, die Zuversicht von der Sorge, die Freude von der Traurigkeit, die Gesundheit von Krankheit und Leid, den Erfolg von Krisen und Problemen. Uns geht es dabei wie den Frauen am Grab – allein können wir den Stein nicht wegwälzen vom Eingang des Grabes. Und dann heißt es im Evangelium: „Doch als sie hinblickten, sahen sie, dass der Stein schon weggewälzt war; er war sehr groß.“

Ich fragte:
wer wird mir
den Stein wegwälzen
von dem Grab
meiner Hoffnung
den Stein von meinem Herzen
diesen schweren Stein?

Mir ist ein Stein
vom Herzen genommen.
Meine Hoffnung
die ich begrub
ist auferstanden
wie er gesagt hat
er lebt er lebt
er geht mir voraus!
(Lothar Zenetti)

Mit Zuversicht und Vertrauen in das Leben, können Steine ins Rollen kommen, Grenzen aufgehoben, Hindernisse überwunden und Frieden hergestellt werden. Gott selber brachte den entscheidenden Stein ins Rollen, den Stein, der vom Leben ausschließt. In der Kraft der Zuversicht und des Glaubens selbst Steine ins Rollen bringen, Steine aus dem Weg räumen, daraus Brücken und Stützmauern statt Trennendes zu errichten, Steine geduldig mit stetem Tropfen aushöhlen: So kann Ostern sein – mitten im Leben.

In diesem Sinne wünsche ich ein befreiendes Osterfest, hin zur Auferstehung in ein neues Leben, in dem Steine ins Rollen kommen – nicht nur zu Ostern!

P. Friedrich Prassl SJ

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Fasten und Zusammenhalt: Gemeinsam geht’s besser!Link kopieren

© Kardinal König Haus

22. Februar 2023

Der Aschermittwoch ist in diesem Jahr noch immer geprägt von Einschnitten und Entbehrungen der letzten Jahre. Leiser beginnt die Fastenzeit, die Einkehr nach eher ruhigen Faschingszeiten, nach weniger Bällen und ausgelassenen Feiern als früher, ein Stiller-werden vor Ostern. Die zurückliegenden Monate und Jahre haben uns viel an Veränderungen abverlangt, vielleicht sogar bei Vielem ein unfreiwilliges Fasten vorgegeben. Und dennoch liegt im bewussten Verzicht, in der eigenen, freien Entscheidung zum Fasten auch die Chance zu Umkehr und Neubeginn.

Das ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe.“ (Joh 15,12,)

Die Fastenzeit lädt wieder ein, sich in den kommenden 40 Tagen selbst noch einmal zu hinterfragen, das persönliche Denken, Reden und Tun zu beleuchten, um aus den Wochen bis zum Ostersonntag zusätzliche Kraft und Zuversicht zu schöpfen. Die Fastenzeit vor Ostern hat in unserer christlichen Tradition im Blick auf unsere Nächsten auch ein sehr verbindendes Wesen. Eine solche Zeit der Einkehr und Umkehr, der Besinnung und des Verzichts, die es in vielen Religionen gibt, kann auch eine Bereicherung im familiären, gesellschaftlichen und beruflichen Miteinander sein.

Sich seiner eigenen Wurzeln und Traditionen bewusst zu sein und diese auch leben zu können, ist für die eigene Identität wichtig. Ebenso die Besinnung auf gemeinsame Werte und Haltungen, die unser Miteinander stärken. Offenheit, gegenseitiges Verständnis und Respekt sind wichtig für einen guten Zusammenhalt in unserer Kirche und Gesellschaft. Die Fastenzeit kann wieder eine gute Gelegenheit bieten, sich auf diesen Zusammenhalt zu besinnen, aufeinander zuzugehen und voneinander zu lernen. Fastenzeit heißt nicht nur, selbst weniger zu essen und zu trinken, sondern weniger für sich selbst zu fordern und zu verbrauchen; eher mehr schenken, loslassen, teilen und Gerechtigkeit üben.

„Ist nicht das ein Fasten, wie ich es wünsche…“ (Jes 58,6f). Es ist ein Sich-Enthalten von jeder Art von Selbstsucht und dafür ein durch und durch gutes mitmenschliches Verhalten. Die von Jesaja genannten Tätigkeiten sind als Werke der Barmherzigkeit bis heute überliefert worden. Wir alle sind immer neu aufgefordert, uns in diesem Geist gegenüber allen trennenden Tendenzen für ein friedliches und gutes Miteinander einzusetzen und entsprechend dem Motto unseres Tages der Wirksamkeit im Kardinal König Haus:

Zusammenhalt wahrnehmen und weiter denken

Gemeinsam geht’s besser!

In diesem Sinne wünsche ich uns allen eine gesegnete Fastenzeit!

P. Friedrich Prassl SJ