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Veranstaltungsnachlese

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Bildungsgang: Wege aus der Einsamkeit

25.04.2022

Beim Abschlusstag lotete Martin Schenk (Diakonie Österreich) mit Petra Schmidt (Österreichisches Rotes Kreuz) und Thomas Wochele (Caritas Wien) aus, inwiefern Verantwortung und Möglichkeiten für Wege aus der Einsamkeit beim Individuum, in nahen und lokalen Beziehungen und bei der Gesellschaft liegen.

Nach Präsentationen vielfältiger Projekte und Lernwege von Plauderbänken über neue Aufmerksamkeit bei Beratungsgesprächen bis zu Befragungen in Wohnumgebungen ging es zur Übergabe der Zertifikate.
Erich Fenninger (Volkshilfe Österreich), Anna Krappinger (Fonds gesundes Österreich) und Christian Klein (Caritas Wien) dankten den Teilnehmer*innen für ihr Engagement, sprachen sie als „neue Lobby gegen Einsamkeit“ an und ermutigten zu nächsten Schritten.


Der nächste Bildungsgang startet im Herbst!
Infos: roesler@kardinal-koenig-haus.at

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Seminarreihe KIDZELN: Kindern Demenz erklären

9.3.2022

Die Verantwortung für frühkindliche Bildung und Betreuung ist heute weniger in der Familie und mehr bei den Pädagog*innen in Kindergärten. Dank der KIDZELN-Ausbildung können diese Pädagog*innen Kinder besser für das Thema Demenz sensibilisieren.

Wir wissen, dass die Zahl der Menschen mit Demenz als Folge der demografischen Entwicklung kontinuierlich ansteigt. Immer mehr von uns sind im direkten Umfeld als An- oder Zugehörige betroffen. Eine empathische Haltung gegenüber Menschen mit Demenz zu entwickeln ist die Voraussetzung für ihre gesellschaftliche Teilhabe und Inklusion. Gerade Kinder werden aber oft ausgeschlossen – man will ihnen den Kontakt mit sehr alten, eingeschränkten Menschen nicht «zumuten».Mit diesen Gedanken im Hinterkopf habe ich mich dafür eingesetzt, die Fortbildung «KIDZELN: Kindern Demenz erklären» bei uns erstmals in Österreich anzubieten und auch gleich selbst teilzunehmen.

Ausgangspunkt für die Entwicklung eines eigenen Ausbildungskonzepts war für die Initiatorinnen von KIDZELN Andrea Brinker und Sonja Steinbock die Beobachtung gelungener und nachhaltig prägender Begegnungen zwischen Menschen mit Demenz und Kindern. Um solche Begegnungen nicht dem Zufall zu überlassen, brauche es Institutionen, die Hand in Hand arbeiten. Und es brauche ein Konzept, mit dem die Akteur*innen die ihnen anvertrauten Personengruppen (Kinder und Menschen mit Demenz im Pflegeheim) vorbereiten und einen sicheren Rahmen schaffen können.

Die Schulungsreihe hat uns 16 Teilnehmende dabei begleitet, ein individuelles Begegnungsprojekt zu entwerfen und umzusetzen. Im Zuge der viertägigen Ausbildung (32 UE) wurde Basiswissen zum Thema Demenz vermittelt, der Austausch zwischen den Berufsgruppen (Pädagog:innen und Pflegepersonen)  initiiert und eine Sammlung praxisnaher Methoden (Lieder, Geschichten, Bildmaterial) für geplante Begegnungen in die Hand gegeben.

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Einige Praxisideen wurden gleich in der Kursgruppe ausprobiert. So haben wir eine vielfach vergrösserte Nervenzelle aus Stoff und Filz durch den Sesselkreis gereicht, zusammen mit der Anregung, Kindern daran den Aufbau des Gehirns und seine Funktionen zu erklären. Wir Kursteilnehmer*innen nehmen die Zelle neugierig in die Hände, «begreifen» und untersuchen sie eingehend. Wir pusten gemeinsam Seifenblasen im Seminarraum umher und stellen uns vor, dass sich Gedanken bei einer Person mit Demenz wie Seifenblasen verhalten. Wir erfinden spontan «schnelle Geschichten» und erfahren dabei selbst, wie sich Vergessen anfühlt, wir nehmen ein Lavendel-Rosmarin Handbad, bei dem wir sich unsere Hände unaufgeregt berühren, wir singen und trommeln lautstark und schmökern begeistert in Kinderbüchern zu den Themen Vergessen und Altwerden.

Mit den Erfahrungen aus dem Kurs und vielen neuen Erkenntnissen im Gepäck können wir später Kleingruppen (zirka 8 Kinder) auf bevorstehende Begegnungen mit Menschen mit Demenz, sei es in einer Einrichtung oder im privaten Umfeld, vorbereiten.

Was nehmen wir mit? Mein Eindruck ist, dass die Multiplikatorenausbildung nicht so sehr konkrete Rezepte und fertig konstruierte Ablaufpläne für die Kooperation mit einer anderen Einrichtung bietet. Sie stärkt aber eine offene, ressourcenorientierte Haltung und die Motivation, das scheinbar so schwere Thema mit Kindern anzugehen. Durch den Austausch und die gemeinsame Beschäftigung mit den verschiedenen Aspekten des Phänomens «Demenz» entwickelt mit der Zeit jede Teilnehmerin für sich eine Vorstellung davon, wie sich ein Begegnungsprojekt im eigenen Tätigkeitsfeld umsetzen lassen könnte, welche Hindernisse überwunden werden müssen und wo Chancen und Lernfelder stecken könnten.

Mein persönliches Fazit: Wenn wir den Fokus nicht auf die Erkrankung und die Probleme richten, sondern auf die Menschen und das gemeinsame Erleben kann es gelingen, dass Kinder durch Begegnungen mit demenzbetroffenen Menschen Erfahrungen machen, die sie stärken und ermutigen und letztlich dazu beitragen, dass unsere Gesellschaft zu einer Gesellschaft für alle heranwächst und nicht (kognitiv) schwächere Personen ausgrenzt.

Mit positiven Begegnungen im Herzen sind unsere Kinder dann in der Lage, offen auf alte Menschen zuzugehen und dem Vergessen ihrer Grosseltern oder anderer Angehörigen gelassen, mit Humor und ohne Angst gegenüberzutreten, ganz nach dem Motto:

«Wenn Opa in Hausschuhen zum Bus spaziert, dann marschier ich in Gummistiefeln bei Sonnenschein Schritt für Schritt an seiner Seite mit.»

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