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Was wird die Zukunft bringen?

16.1.2020 | Von unseren Gästen im Seminarzentrum

Das „Formation Gathering“ von 2. bis 5. Jänner 2020 im Kardinal König Haus war nicht nur ein Treffen junger Jesuiten aus den vier Provinzen GER (Deutschland, Schweden), HEL (Schweiz), LIT/LAT (Litauen und Lettland) und ASR (Österreich und Südtirol), welche ab 2021 zusammen die neue Provinz ECE (Europa Centralis) bilden werden. Alle vier (Noch-)Provinziäle, unser Ausbildungsdelegat sowie vier Gäste aus anderen Provinzen RAN (Ranji, Indien), RUS (russische Region), KHM (Kohima, Indien), MDU (Madurai, Indien) und EOF („Frankophones Westeuropa“) waren mit dabei. Insgesamt nahmen 37 Jesuiten am Treffen teil. Eine Frage stand dabei im Mittelpunkt: Was sind unter uns jungen Jesuiten im Blick auf die zukünftige Provinz ECE mit ihren Apostolatsfeldern und Strukturen unsere Erwartungen, Hoffnungen aber auch Bedenken und Sorgen?

Das „Formation Gathering“ war vonseiten der Provinziäle eine Gelegenheit, uns Scholastiker in die neue ECE-Struktur mit hineinzunehmen. Sie haben die Strukturen vorgestellt und unser Echo darauf gehört. Auch haben wir miteinander über die apostolischen Felder geredet. Das Treffen gab uns Raum für unsere Ideen, Visionen und Träume. Hilfreich dabei war die Moderation durch Mag. Georg Nuhsbaumer, den Leiter des Programmbereichs Christlich inspirierte Führung und Organisationskultur im Kardinal König-Haus sowie Moderator des „ECE-Prozesses“.

Als besonders gastfreundlich und herzlich erfuhren wir das Personal im Kardinal König Haus, angefangen vom freundlichen Empfang an der Rezeption über die ausgezeichnete Küche und Bewirtung bis hin zu den sauberen und schönen Zimmern. Gefreut haben wir uns auch über das Grußwort des Direktors P. Friedrich Prassl sowie über die Führungen von P. Gustav Schörghofer in der Jesuitenkirche und P. Michael Zacherl in der Stanislaus-Kostka-Kapelle. Ein herzliches Vergelt’s Gott dafür!

Einstimmig und dankbar können wir als „die Jungen“ feststellen, dass die Grundstimmung, die den ECE-Prozess trägt, hoffnungsvoll und positiv ist. Ein Scholastiker aus HEL sieht im Bild des Tanzens eine wünschenswerte Vision unserer zukünftigen Zusammenarbeit in der Provinz ECE: „Mein Traum ist, dass wir als Jesuiten tanzen lernen. Als Jesuiten tanzen wir zur Musik Gottes. Es ist wichtig, dabei die große Gruppe zu spüren.“ Das nächste Treffen wird in Vilnius (Litauen) stattfinden.

Sebastian Ortner SJ

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Wegsuche in der Stille – Kurzexerzitien für junge Erwachsene

15.1.2020 | Spiritualität und Exerzitien

Es ist wohltuend, einmal für ein Wochenende auszusteigen und Ruhe zu finden. Es ist klärend, in der Stille die inneren Bewegungen wahrzunehmen. Es ist hilfreich, in einem Gespräch die persönliche Situation und die auftauchenden Fragen angehen zu können. In den Kurzexerzitien, die für junge Erwachsene gestaltet sind, wird das möglich.

Es kann sein, dass jemand einfach diese geschützte Auszeit braucht, um wieder zu sich zu kommen. Es kann sein, dass sie oder ihn eine Situation oder Frage beschäftigt, die man Gott hinlegen und auch mit jemanden besprechen möchte. Vielleicht aber steht auch eine Entscheidung an, für die man sich Zeit nehmen möchte. Im Schweigen und in persönlichen Gebetszeiten sowie im Begleitungsgespräch soll für all das Raum gegeben sein.

Nach diesen Tagen wirken alle irgendwie immer gesammelter, aufgeräumter, hoffnungsvoller. Ein neues Bewusstsein kann wachsen, dass Gott alle Wege mitgeht. Und es entstehen im Schweigen Brücken zueinander.

Zweimal im Jahr bieten wir im Kardinal König Haus diese Exerzitien für junge Erwachsene an, einmal im Frühjahr, einmal im Herbst. Darüber hinaus gestalten wir Jesuiten gemeinsam mit Schwestern aus Ordensgemeinschaften noch weitere solche Exerzitien an anderen Orten. Diese Exerzitien-Tage wollen helfen, sich selber, Gott und dem Nächsten wieder einen Schritt näher zu kommen.

P. Josef Maureder SJ

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Die Qualität von Beziehungen im Fokus – Gabriele Hetzmannseder im Interview zum Wesentlichen des Sozialmanagements

13.1.2020 | Akademie für Sozialmanagement

Das ASOM Symposium 2020 trägt den Titel Das Wesentliche Managen. Was ist für Sie das Wesentliche im Sozialmanagement? Worauf kommt es an?
Das Feld der Sozialen Organisationen ist spezifisch: Die Dienstleistungsanforderungen sind aufgrund der individuellen Bedürfnisse der Menschen, die wir begleiten, täglich andere. Die Qualität ist nur bedingt messbar. Soziale Organisationen sind kleinteilig und disloziert, in multiprofessionellen Teams organisiert. Die Finanzierung erfolgt vorrangig über die öffentliche Verwaltung, die ihrerseits von politischen Schwerpunktsetzungen abhängig ist. Das sind höchst spannende Herausforderungen!
Das Wesentliche im Sozialmanagement besteht für mich darin zu erkennen, dass der Wert und die Qualität der zu erbringenden Dienstleistung mit der Qualität der Begegnung von Menschen steht und fällt. Dies betrifft die Interaktionen der Mitarbeitenden mit den Kund¬*innen, die sie begleiten, und die Interaktionen aller Mitwirkenden in der Organisation. Die Haltung und Persönlichkeit jeder und jedes Einzelnen zählt.
Dafür braucht es hohe fachliche Kompetenz aller Beteiligten und motivierende Rahmenbedingungen: Das betrifft Strukturen und Qualitätsmanagement, Recruiting, Personalentwicklung und Führung der Mitarbeitenden. Dieser Rahmen soll es Mitarbeiter*innen ermöglichen, den komplexen Arbeitsauftrag bestmöglich umzusetzen und dies engagiert und gerne zu tun.

Hat sich das im Laufe Ihres Berufsleben verändert? Was ist schon seit Jahrzehnten wesentlich? Was ist neu?
Hohe Qualität der Interaktionen war immer schon wichtig. Über die beinahe 30 Jahre, die ich als Führungskraft tätig bin, kam es zu sehr positiven Entwicklungen wie z.B. zu Ausdifferenzierungen der Dienstleistungen, zu kleineren Organisationseinheiten im Sinne einer erhöhten Kund*innenorientierung, zu Standardisierung und Professionalisierung und Anwachsen von Managementkompetenz. Aber auch Überreglementierungen, Absicherungstendenzen und immer detailliertere Rechtfertigungsanforderungen gegenüber Kostenträgern sowie, damit verbunden, die Reduktion auf wirtschaftliche Effizienz waren Entwicklungen dieser Jahre.
Neu ist, und das sehe ich als wichtige Gegenbewegung, dass nun die Basis der Sozialen Arbeit, die Werte und die Qualität von Beziehungen wieder mehr Gewicht erhalten. Untermauert durch empirische Untersuchungen werden die menschlichen Anforderungen an die Soziale Arbeit wieder verstärkt in den Fokus gerückt. Das freut mich sehr!

Was würden Sie Ihrem 29-jährigen Ich, die gerade in die Führung gekommen ist, aus heutiger Sicht raten?
In der damaligen Situation gab es kaum definierte Rahmenbedingungen, keine definierten Kommunikationsstrukturen, keine standardisierten Einschulungen oder sonstige Standardisierungen in der Organisation, was ich schon damals sehr kritisch gesehen habe. So gesehen würde ich vielleicht aus heutiger Sicht noch rascher diese Themen ansprechen und weiterentwickeln.
Ich würde aber auch die Vernetzung mit anderen Organisationen verstärkt suchen: mit dem Ziel, die Leistung der sozialen Organisationen sichtbar zu machen und den Stellenwert der Sozialen Arbeit in Politik und Gesellschaft zu erhöhen. Denn die Anforderungen an das Sozialmanagement sind hochkomplex, und die vorhandenen Kompetenzen vor allem hinsichtlich Kommunikation und Führung werden oft unterschätzt – von außen, aber auch von uns selbst.

Wagen wir einen Blick in die Zukunft: Was wird 2030 im Sozialmanagement wichtig sein?
Die beschleunigte Entwicklung der letzten Jahre wird weiter gehen – Stichwort Digitalisierung – und wird uns vor völlig neue Herausforderungen stellen. Wir werden noch flexibler und schneller sein müssen, was vielleicht die Chance auf verstärkte Wirkungsorientierung mit sich bringt. Für die Dienstleistungen rechne ich mit erhöhten Anforderungen der Kund*innen, d.h. das Angebot an Dienstleitungen wird noch durchlässiger und differenzierter.
Die Hauptherausforderung sehe ich aber im absehbaren Fachkräftemangel. Hier besteht die Gefahr, dass ein Wettbewerb zwischen den Organisationen entsteht, der die positiven Beziehungen zwischen den Organisationen belastet. Jene Organisationen, die Fachkräfte mit pflegerischen Qualifikationen brauchen, stehen bereits jetzt in massivem Wettbewerb mit den Gesundheitseinrichtungen und haben die schlechteren Gehaltskarten. Diese Herausforderung können wir auch mit bestem Sozialmanagement nicht bewältigen, hier brauchen wir Unterstützung durch Politik und Kostenträger.

35 Jahre ASOM: Die Wichtigkeit von Führungskräfteausbildungen ist unumstritten. Was macht die ASOM so besonders aus Ihrer Sicht?
Die Führungskräfte sind die Schlüsselpersonen. Speziell vor Ort haben sie großen Einfluss: Ihre Haltung gegenüber Kund*innen und Mitarbeitenden und ihre fachliche Kompetenz beeinflussen die Stimmung im Team, die Motivation der Mitarbeitenden und die fachliche Qualität – damit steuern sie die Qualität der Dienstleistung ganz wesentlich.
Das Besondere an den ASOM Führungskräfteausbildungen ist aus meiner Sicht die ideale Verbindung zwischen Theorie und Praxis. Coachingtage und Besuche der Teilnehmer*innen in den Organisationen etwa werden von den Führungskräften als sehr bereichernd erlebt.
Zudem weiß ich, dass die fachlichen Inhalte für Führungskräfte state of the art sind – die ASOM ist am Puls der Zeit. Und ich habe die Sicherheit, dass die Haltung, die den Führungskräften vermittelt wird, jene Haltung ist, die in sozialen Organisationen erforderlich ist: ein Menschenbild im Sinne von Wertschätzung und Begegnung auf Augenhöhe.
Schließlich unterstützt die ASOM den Dialog zwischen den sozialen Organisationen und Gesundheitsorganisationen – das ist bereichernd für alle!
35 Jahre ASOM – da kann ich nur ganz herzlich gratulieren und wünsche uns im Sozialmanagement noch weitere 35 Jahre mit diesem kompetenten Partner für Führungskräfteentwicklung!

Danke für die lieben Wünsche Fr. Hetzmannseder und herzlichen Dank für das Interview!

Mag.a Gabriele Hetzmannseder, MBA ist Geschäftsführerin von HABIT – Haus der Barmherzigkeit Integrationsteam GmbH. Sie ist eine der Keynote-Speaker*innen beim ASOM-Symposium am 14.1.2020. Das Interview führte Johannes Jurka.