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2008

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Caritas, Kitsch und Kreativität. Wider die organisierte Traurigkeit

Symposium zur Enzyklika „Deus caritas est“ von 18. bis19. Jänner 2008

Caritas als kirchliche Organisation wird sehr unterschiedlich wahrgenommen: als sozialromantischer Versuch, gegen die Windmühlen der bösen Welt anzukämpfen, als nett beleumundeter Ausleger von Kirche, als grau-schwarzes Gemälde der Wehklage über so viele Missstände. Dennoch gibt Caritas auch Lebenskraft und Fröhlichkeit. ...mehr

Auf der Basis der Enzyklika „Deus caritas est“, zu deren zweiten Jahrestag diese Veranstaltung stattfindet, werden ungewöhnliche theologische Wege skizziert und überraschend neuartige, praktische und konkrete Ansätze vorgestellt.

Programm

Freitag 18. Jänner 

Vortrag:   Die Liebe vertreibt die Angst. Caritas und Lebenskraft. Univ.-Prof. DDDr. Clemens Sedmak, Zentrum für Ethik und Armutsforschung, Universität Salzburg

Samstag 19. Jänner

Vortrag: Überwiegend heiter. Belebend geistvolles – beglückend menschliches Handeln (in) der Caritas. Univ.-Prof. Dr. Klaus Baumann, Institut für Caritaswissenschaft, Universität Freiburg

Workshops 
               1. „Die wundersame Geldvermehrung – Die Pfarre Traun nimmt das Gleichnis von 
                  den Talenten ernst“ (Hans Rumetshofer, Pfarre Traun)
               2. Integrationshaus Innsbruck (Dr. Jussuf Windischer, Caritas Innsbruck)
               3. Mikroprojekt für Arbeit (Zentrum für Ethik und Armutsforschung, Salzburg) 
               4. „KunstSozialRaum brunnen.passage und das Projekt Tanz die Toleranz“ 
                  (Mag. Anne Wiederhold und Ulrike Levri, Caritas Wien)

Podium und Plenum 
               DDr. Michael Landau, Caritasdirektor der Erzdiözese Wien
               Univ.-Prof. DDDr. Clemens Sedmak, Zentrum für Ethik und Armutsforschung, 
               Universität Salzburg
               Univ.-Prof. Dr. Klaus Baumann, Institut für Caritaswissenschaft, Universität Freiburg
               MMag. Dr. Regina Polak MAS, Institut für Praktische Theologie, Universität Wien

Veranstalter: Kardinal König Haus in Kooperation mit der Caritas Wien

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ich bin da

Ausstellung

Die Gestaltung der Brücke zwischen Kardinal König Haus und der Konzilsgedächtniskirche während der Fastenzeit 2008 wird von dem Gedanken des Gottesnamens bestimmt sein. Ein Neonschriftzug wird ab der Dämmerung jedes Mal wenn sich eine Person dem Eingang nähert in orange-roter Schulschrift leuchten: „ ich bin da “. Durch die gezielt eingesetzte Verwendung von einfachen Mitteln wie Neonlicht und Trockeneis wird der Innenraum der Brücke erleuchtet. Die Brücke wird damit zu etwas wie einem Ort der Gotteserscheinung. 

Weil das Leuchten der Schrift durch die eigene Bewegung ausgelöst wird, erlauben die Worte den Betrachtenden aber auch, sowohl die Identifikation mit der Aussage, als auch die Möglichkeit, an die Äußerungen einer anderen Person zu denken. Die Irritation durch diese Mehrdeutigkeit ist beabsichtigt - es soll im Betrachter ein gleichzeitig vertrautes und fremdes emotionales Moment hervorgerufen werden. Du bist da - ich bin da. 

Ausstellung bis 23. März 2008

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1000 Frauen für den Frieden

Ausstellung

An unendlichen vielen Stellen in dieser Welt setzen sich Frauen auf unendlich viele verschiedene Weisen für Frieden und Gerechtigkeit, für ein gutes und gelingendes Zusammenleben ein. Das Spektrum reicht von der Nachbarschaftsinitiative bis zur internationalen Großorganisation bis zur Lobbyarbeit auf dem Parkett der Weltpolitik. Zumeist geschieht dieses Engagement von Frauen abseits der Medienscheinwerfer. ...mehr

Eine Schweizer Initiative hat von mehr als 1000 Frauen, die sich weltweit in irgendeiner Form für Frieden engagieren, Lebensgeschichten und Berichte gesammelt. Daraus wurde ein beeindruckendes Buch und eine ebensolche Ausstellung: Portraits von ganz normalen Frauen, die irgendwann einfach angefangen haben auf den Unfrieden und die Ungerechtigkeit anders als mit Schulterzucken oder schlechtem Gewissen zu reagieren – sie haben angefangen zu handeln, oft scheinbar unscheinbar, oft mit entscheidender Bedeutung für die, denen sie Hilfe geboten haben.

Sich diesen Frauen und ihren Geschichten zu nähren, macht Hoffnung: Es gibt nicht nur den täglichen Unfrieden, der in den Nachrichten zu sehen ist, es gibt auch den täglichen Aufbau einer anderen Welt, es gibt gute Kräfte an so vielen Ecken und Enden dieser Welt, es macht Sinn, sich leidenschaftlich einzusetzen – wie diese 1000 und mehr Frauen.

Ausstellung bis 25. März 2008

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Raum::Zeit

Vernissage Oswald Auer

Die druckgrafischen Werke von Oswald Auer beschäftigen sich im Arbeitsprozess selbst und inhaltlich mit Aspekten des Zeitlichen und Räumlichen. In seinen seriellen Arbeiten verändert der Künstler die Druckplatte nach jedem Druckvorgang  und bildet so in der Serie ein zeitliches Geschehen ab. Der Bildraum füllt sich und entleert sich mit grafischen Bearbeitungen, die eine variable Lesbarkeit und Deutung ermöglichen. (David Ölz, Kurator)

Vernissage am 15.05.2008. Die Ausstellung fand statt bis Ende August 2008. 

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Das kooperative Gen - Abschied vom Darwinismus

Vortrag mit Dr. Joachim Bauer am 25. September 2008

In der internationalen neurobiologischen Forschung ist zunehmend vom "social brain" die Rede. Die Erkenntnis: Wir sind nicht primär auf Egoismus und Konkurrenz eingestellt, sondern auf Kooperation und Resonanz. Das Gehirn belohnt gelungenes Miteinander durch Ausschüttung von Botenstoffen, die gute Gefühle und Gesundheit erzeugen. ...mehr

Die neue Sicht auf der Grundlage moderner Genforschung: Hätte sich die Evolution nach den Maximen des Darwinismus gerichtet – Entwicklung nach dem Zufallsprinzip und Auslese im »war of nature« –, wäre sie in kürzester Zeit gescheitert. 

Joachim Bauer gibt neue Antworten auf die Frage, wie sich das Leben auf der Erde behauptet hat. Organismen, vom Einzeller bis zum Menschen, konnten nur deshalb entstehen und sich immer weiter ausformen, weil das System der Gene drei biologischen Grundsätzen folgt: Kooperation, Kommunikation und Kreativität.

Er referierte vor 376 TeilnehmerInnen, im Anschluss an den interessanten Vortrag fand eine anregende Diskussion statt.

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Beziehungsweise. Frauen in der Betreuung und Pflege von Menschen mit Demenz.

22 Oktober 2008

Aus dem Grußwort von Prof. Andreas Heller, IFF Palliative Care und OrganisationsEthik, Universität Klagenfurt:

Wir sind ja alle Angehörige, uns gehören Menschen an, wir hängen an anderen, was  manchmal erst in den Phasen besonders spürbar ist, wo die Zerbrechlichkeit und Gefährdung unserer Beziehungen deutlich wird, etwa als Söhne und Töchter, als Partner und Partnerinnen; manchmal gehören wir auch nur  irgendwie dazu, sind also „Zugehörige“ vielleicht nicht weniger gefühlsmäßig beteiligt, und müssen uns orientieren, herausfinden, was unsere Rolle ist ... wie wir Halt finden, um halten bzw. auch loslassen zu können. […] ...mehr

Wir wissen, dass die Welt des Pflegeheims, die Frauenwelt Pflegeheim (Elisabeth Reitinger et al) oft fremd und unvertraut für Angehörige ist, dass es sehr verschiedene Motivationen gibt, hier regelmäßig hineinzugehen oder dies auch systematisch zu verweigern. Den Profis kommt es zu, Brücken zu bauen und bestimmten vorschnellen Verführungen zu widerstehen. Eine Verführung sehe ich darin, Angehörige ins Heim  integrieren zu wollen, möglicherweise sogar ins Team. Eine andere besteht darin, sie zu therapeutisieren oder auch verehrenamtlichen. Es entspricht meines Erachtens dem Eigensinn und dem Recht der Angehörigen, betroffen sein zu dürfen und nicht zu schnell in die Funktionalität eines Versorgungsalltags hinüber zu gleiten. Angehöriger zu sein ermöglicht in der „flüchtigen Moderne“ (Zygmunt Bauman) den Alltag zu unterbrechen, da zu sein und eine eigene Art der Präsenz, der Aufmerksamkeit zu entwickeln, für den und die Andere - aber auch für sich selbst. Solche Situationen sind von einer radikalen, fast möchte man sagen manchmal bodenlosen Unsicherheit gekennzeichnet. […] Innehalten ist schwer, auf sich zu schauen, die eigene Bedürftigkeit zu erkennen,  Hilfe beanspruchen, geht uns Männern nicht leicht von den Lippen. Und gerade darin liegt ein Stück Humanität, die Einsicht, dass wir aufeinander angewiesen sind und verwiesen sind,  dass wir nicht in der dünnen Luft unserer Autonomie ersticken, sondern aufgehoben sind in solidarischen Beziehungen. 

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relationships von Astrid Steinbrecher

Vernissage am 27. November 2008

Die Bildhauerin Astrid Steinbrecher initiierte schon während ihres Studiums bei Bruno Gironcoli an der Wiener Akademie das Projekt "relationships". In unterschiedlichen Größen konstruierte Papierschiffe erobern durch die Hilfe eines Teams nach und nach verschiedene Räume von der Ausstellungssituation im Wiener Künstlerhaus bis zur Landschaft bei Hainburg. Vorort wird dieses Projekt durch fotografische Einblicke in diese bedeutungsreiche Reise und durch Bezugnahme auf das Haus weitergeführt. (David Ölz, Kurator) 

Website der Künstleirn

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