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Kapelle

Unsere Kapelle ist ein Raum der Stille und des Gebets. 

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Zur Geschichte

Kapelle

Als 1884 die gräfliche Familie Tige ihr „Schlößl‘“ in Lainz den Jesuiten übertrug, richten diese dort eine Hauskapelle ein. Sie dürfte sich, zwar mehrfach umgestaltet, schon immer an der heutigen Stelle im Haus befunden haben.

Werner Feiersinger, der 2012 mit der Neugestaltung beauftragte Künstler, bezog diese Kontinuität in sein Konzept mit ein. Er stellte die ursprüngliche Raumschale wieder her und integrierte die bereits vorhandene Emailarbeit von Günter Kraus. ...mehr

Die Kapelle hat eine zweifache Funktion zu erfüllen. Sie ist Kapelle der Jesuitenkommunität und des Kardinal König Hauses. Damit ist sie sowohl Ort gottesdienstlichen Feierns in verschiedensten Formen als auch Raum des Rückzugs und der Stille, der Meditation und des persönlichen Gebetes.

Um den Altar, von Werner Feiersinger nach der Grundform des Nachens, als Tisch des Wortes und des Brotes gestaltet, versammelt sich die Gemeinde, um auf Gottes Wort zu hören und das Brot der Eucharistie zu empfangen. Die Kreissegmente der Tischform erinnern, wie auch die in quadratischer Grundordnung angeordneten Plätze der feiernden Gemeinde, daran, dass das Werk Christi, des Erlösers in dieser Weltzeit zur Vollendung kommen muss. Die Sammlung um den Tisch des Herrn, konstituiert keinen geschlossenen Kreis, sie ist vielmehr ‚communitas ad dispersionem‘, Versammlung zur Sendung. Sich versammeln um ausgesandt zu werden, ist ihre Grundbewegung, hinausgesandt in den Alltag, um dort im Namen Jesu zu tun, was er getan hat. Mit der Ausrichtung des Raumes auf seine Stirnseite, in der der Tabernakel integriert ist, trägt die Gestaltung des Raumes seiner Funktion als Ort des persönlichen Gebetes, der Meditation und der Stille Rechnung.

Das Wandbild an der Stirnseite des Raumes, eine Emailarbeit von Günther Kraus, zeigt den Ausschnitt eines Kreuzes – im Vordergrund das Blutrot der Passion, im Hintergrund das Gelb-orange der Verklärung. Es ist das Fragment eines Fragments. Das Kreuz ist in sich selber schon Fragment eines Lebens, des Lebens Jesu, das auf seiner Höhe gewaltsam abgebrochen wurde. Und das wird durch den Ausschnitt noch einmal verschärft.

Damit kommt zum Ausdruck, dass die Erlösung noch nicht abgeschlossen ist. Die leeren Felder rundum sind deshalb wichtig, sie sind absichtlich freigelassen, sie sollen gefüllt werden. Da ist Raum für das noch Ausständige, für das zu Ergänzende, für den eigenen Anteil am Werk der Erlösung. Wie es der Hl. Paulus für sich verstanden hat: „Jetzt freue ich mich in den Leiden, die ich für euch ertrage. Für den Leib Christi, die Kirche, ergänze ich, was an den Leiden Christi noch fehlt“ (Kol 1,24).

Die beiden Felder – das Feld des Tabernakels und das Feld, das den Tabernakel mit dem Kreuzausschnitt verbindet – sind von einem Kreissegment durchzogen. Der Kreis ist Symbol für die Vollendung.

An der der Fensterfront des Raumes gegenüberliegenden Wand hat Werner Feiersinger zwei ‚Erinnerungsorte‘ gestaltet, die inhaltlich mit dem Kreuzfragment von Günter Kraus in engster Beziehung stehen: ein Weihwasserbecken und einen Reliquienort, die Verschlussplatte der Wandnische, in der eine Reliquie des Märtyrers und Familienvaters Franz Jägerstätter aufbewahrt wird. Weihwasserbecken und Platte, beides aus Schwarzenseeer Marmor, evozieren beim Betrachter den Zusammenhang von Taufe und Martyrium. „Sollten wir Christen Christus nicht immer ähnlicher werden?“, so frägt Franz Jägerstätter in einem seiner letzten Briefe. Auf Jesus Christus getauft, auf seinen Tod getauft, sollen wir als neue Menschen leben. Ihm gleichgeworden im Tod wird uns auch Anteil an seiner Auferstehung geschenkt (vgl. Röm 6,3-8). Das Martyrium eines Menschen ruft uns den Ernstfall der Kreuzesnachfolge in Erinnerung. 

Nachfolge Jesu, Gemeinschaft der Kirche heißt aber immer mit einem anderen, mit anderen unterwegs sein. Die ‚Spuren‘ in der Verschlussplatte erinnern daran.

Kapelle
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Unsere Kapelle ist ein Raum der Stille und des Gebets.


 

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