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"Große Reise": Angekommen in Lainz

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„Angekommen in Lainz“ ist ein Projekt der Volksschule Steinlechnergasse und dem Kardinal König Haus. Wir haben die Eltern und Kinder der Schule eingeladen zum Thema „Flucht und Trauma“ zu arbeiten, das Thema zu diskutieren und Erfahrungen auszutauschen.

Im März fand ein Abendvortrag mit Dr. Udo Baer zum Thema „Wie gelingt die Integration von traumatisierten Flüchtlingen?“ für Eltern, das Lainzer Grätzl und Interessierte statt.

Im April und Mai 2018 haben wir dann mit Schüler/innen aus vier Klassen am Thema weitergearbeitet. Die Kindertherapeutin Sonja Brauner hat dazu interaktiv aus ihrem Kinderbuch „Große Reise“ vorgelesen. Nach der Lesung und dem Gespräch mit ihr haben die Kinder in einer anschließenden Malwerkstatt Bilder gemalt.

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In der Geschichte muss Amir eine große Reise mit seiner Familie antreten. Von Syrien gelangt er nach einer langen Zeit nach Österreich, wo er in einem Heim lebt. Alles ist neu, riecht, schmeckt anders und fremd. Wenn er Sehnsucht nach seinem Zuhause hat (denn er vermisst sein Kuscheltier, das er zurücklassen musste), dann träumt er sich an einen schönen Ort und reist dort mit einem fliegenden Teppich hin.

Die Lesung wurde in allen Klassen interaktiv gestaltet. Dabei wurden die Lebenswelten des geflüchteten Kindes Amir mit den Lebenswelten der Schüler/innen verbunden (Hast du ein Lieblingskuscheltier? Was ist deine Lieblingsspeise? Was machst du gerne nach der Schule?).
Die Kinder haben sehr engagiert mitgemacht, waren konzentriert und haben zugehört. Unser Eindruck war, dass viele Kinder versucht haben, schnell Empathie mit dem kleinen Amir aufzubauen, sich in ihn hineinzuversetzen und daraus Schlüsse zu ziehen, was für Amir wichtig wäre in der neuen Heimat: „Dass ein geflüchtetes Kind schnell Freunde findet“; „Dass man das Kind mitspielen lässt“; „Dass man Deutsch mit ihm übt“; „Dass man auch sein Lieblingsessen kocht“, usw. – die Kinder hatten viele Ideen, was hier helfen kann, wenn ein Kind in eine neue Umgebung kommt.

Nach der Lesung und nach den Fragen der Kinder wurde versucht, eine Verbindung zwischen der Geschichte und dem eigenen Empfinden herzustellen. Wir folgten der Frage: „Was macht Amir, wenn es ihm einmal nicht so gut geht?“ Die Antwort der Kinder kam jeweils sofort: „Er träumt sich an einen schönen Ort!“ Mit dieser Gedankenreise gestärkt, war der Auftrag für die darauffolgende Malwerkstatt formuliert, dass die Kinder einen schönen, stärkenden Ort malen sollten.

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Eine Auswahl der Ergebnisse war anschließend auch im Kardinal König Haus ausgestellt. Wir danken der GTVS Steinlechnergasse für die tolle Kooperation, den Kindern der 1C, 2B, 3A und 4C fürs Mitmachen und Sonja Brauner und dem Verein Igor für die Zusammenarbeit!

Das Projekt wurde von der Stadt Wien/MA17 im Rahmen des Programms „It takes a Grätzl to raise a child“ gefördert.

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