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Abschlussbericht Grundvig Lernpartnerschaft

PDF-Datei: Lernpartnerschaft GESWAND 2012 bis 2014 (464 KB)

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Grundtvig Lernpartnerschaft 2012-2014

„Erwachsenenbildung für demografisch, kulturell, religiös sich wandelnde Gesellschaften in Europa“

Community Education
Positionspapier aus der Perspektive des Kardinal König Hauses

Bildung als Emanzipation
Der Ansatz von Community Education macht neu deutlich, was das grundlegende Ziel von Bildung und Lernen ist: Menschen zu ermöglichen, zum Subjekt des eigenen Lebens zu werden und damit auch zu Träger/innen und Promotor/innen von gesellschaftlichem Wandel.

Der starke Zusammenhang von persönlicher Entwicklung und gesellschaftlicher Verantwortung wird im Ansatz von Community Education besonders deutlich. Diese Wechselwirkung von Person und Gesellschaft entspricht zutiefst dem christlichem Menschenbild und der katholischen Soziallehre.

Als Bildungszentrum der Jesuiten und der Caritas ist die Frage nach Gerechtigkeit eine zentrale Motivation unserer Bildungsarbeit. Community Education könnte dabei ein neues Feld von Formen unserer Tätigkeit eröffnen.

Vertrauen als gesellschaftliche Herausforderung
In Experteninterviews im Rahmen der GRUNDTVIG Lernpartnerschaft „Erwachsenenbildung für demografisch, kulturell, religiös sich wandelnde Gesellschaften in Europa“ 2012-2014 wurde als ein deutlicher gesellschaftlicher Trend das geringer werdende Vertrauen in gesellschaftliche und politische Institutionen thematisiert. Diese Einschätzung lässt uns die Frage nach der Bedeutung von Vertrauen in unserer Gesellschaft neu stellen.

Als Basis für menschliche Entwicklung ist die Erfahrung von Vertrauen fundamental, sowohl auf der persönlichen Ebene als Vertrauen in menschlichen Beziehungen, als auch gesellschaftliche als Grundkonsens für ein gelingendes Zusammenleben. Im gesellschaftlichen und vor allem im professionellen Kontext, in dem sich immer größere Teile unseres Lebens abspielen, nehmen wir hingegen eine immer stärker werdende Tendenz von Kontrolle, Überprüfung und Nachweisen wahr. Auch der Bildungsbereich ist davon nicht ausgenommen.

Uns stellt sich daher dringlich die Frage: Wie können wir die Bedeutung von Vertrauen thematisieren und in unseren Bildungsangeboten als Grundhaltung konzeptuell integrieren und vermitteln?

An die Ränder gehen
Papst Franziskus mahnt die Kirche, sich nicht nur in den eigenen gewohnten und vielleicht angenehmen Biotopen zu bewegen, sondern über die Grenzen der Kirche an die Ränder der Gesellschaft zu gehen. Diese neue Perspektive einzunehmen bringt neue Erkenntnisse, stellt bisherige Wichtigkeiten und Notwendigkeiten in Frage und muss zu neuen Kriterien, was zu tun und was besser zu lassen ist, führen.

Der Ansatz von Communitiy Education greift zur Entwicklung von Bildungsprozessen genau jene Dynamik auf.

Für unsere Erwachsenenbildung müsste das heißen, anders nach Notwendigkeiten und Bedarfen von Bildung zu fragen. Statt Bildungsangeboten müssten gemeinsam Lernprozesse entwickelt und durchgeführt werden. Dazu bedarf es der Bereitschaft sich auf lokale Kontexte einzulassen.

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Grundtvig-Lernpartnerschaft

Wertebildung im interkulturellen Kontext.
Konsequenzen für die Erwachsenenbildung in Europa.

Kardinal König Haus beim Lifelong Learning Award 2013 ausgezeichnet

Besonders herausragende Personen, Projekte und Produkte wurden am 4. Dezember 2013 von Bundesministerin Dr. Claudia Schmied und Bundesminister Dr. Karlheinz Töchterle vor 200 Gästen im Großen Festsaal der Universität Wien mit dem Lifelong Learning Award 2013 ausgezeichnet. Unter den zahlreichen Einreichungen wurde das Kardinal König Haus für besondere Leistungen im Grundtvig-Projekt „Wertebildung im interkulturellen Kontext“ prämiert.

Werte und Wertebildung im interkulturellen Kontext Europas

Von 2010 bis 2012 führte das Bildungszentrum der Jesuiten und der Caritas dieses Projekt mit Partnerorganisationen in sechs europäischen Ländern durch. Deutschland, Tschechien, Rumänien, Italien und Liechtenstein waren neben Österreich an diesem Projekt beteiligt. Im internationalen europäischen Vergleich wurde dabei der Frage der Werte in Europa und deren Wirkungen und Konsequenzen für die Bildungsarbeit mit Erwachsenen nachgegangen und ein entsprechendes Rahmencurriculum erarbeitet.

Prämierte Projekte als richtungweisende Impulsgeber

"Ich bin beeindruckt von der Qualität und dem persönlichen Einsatz der Projektträgerinnen und Projektträger, die uns die Vielfalt Europas näherbringen und dabei vermitteln, dass sich ein Blick über den Tellerrand lohnt", weist Claudia Schmied, Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur, auf die bemerkenswerten Ergebnisse hin.

Auszeichnung hebt Gute Praxis hervor

Die Preisträgerinnen und Preisträger wurden aus zahlreichen Einreichungen von einer internationalen Jury gewählt. Zum zweiten Mal war 2013 Online-Voting im Bereich Produkte und Ergebnisse möglich. Die prämierten Projekte, Produkte und Ergebnisse sind in einer Broschüre zusammen gefasst, die unter www.lebenslanges-lernen.at/award2013 abgerufen werden kann.

Lebenslanges Lernen - Ein umfassender Ansatz

Das EU-Programm für lebenslanges Lernen umfasst vier Unterprogramme: Schulbildung (Comenius), Hochschulbildung (Erasmus), berufliche Aus- und Weiterbildung (Leonardo da Vinci) und Erwachsenenbildung (Grundtvig). Die Nationalagentur Lebenslanges Lernen in der OeAD-GmbH ist für die Koordination und Umsetzung in Österreich zuständig. Gefördert wird das Programm von Europäischer Kommission, BMUKK und BMWF.

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Grundtvig-Lernpartnerschaft

Wertebildung im interkulturellen Kontext.
Konsequenzen für die Erwachsenenbildung in Europa.

Das in der Lernpartnerschaft 2010-2012 erarbeitete „Rahmen-Curriculum“ können Sie hier als PDF downloaden. 

PDF-Datei: Curriculum (213 KB)

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Europa und seine Werte - Wirkungen auf die Bildungsarbeit mit Erwachsenen auch im sozialen Bereich

Ein Kennzeichen Europas ist seine Vielfalt. Sie zeigt sich in der Pluralität der Kulturen, der Religionen und Konfessionen, aber auch in unterschiedlichen geschichtlichen Erfahrungen. Die Einheit Europas ist nur möglich durch Anerkennung dieser Pluralität und im gegenseitigen Respekt. Europa selbst versteht sich, wie in seiner Verfassung grundgelegt, nicht nur als eine Finanz- und Wirtschaftsgemeinschaft, sondern auch als eine Werteunion. Die Werte Europas speisen sich aus unterschiedlichen Erfahrungen, Traditionen, Weltanschauungen und Religionen. 
Diese Kenntnis muss sich auch in der  Erwachsenenbildung widerspiegeln - sei es bei Institutionen der unmittelbaren Erwachsenenbildung, sei es bei den mittelbar tätigen Institutionen wie beispielsweise der Sozialen Arbeit  wie  auch in fachspezifischen Stiftungen und Hochschulen. Wertebildung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die selbstverständlich auch von den Kirchen wahrgenommen wird.

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„Werte fallen nicht vom Himmel“
Werte sind das, was Menschen wichtig geworden ist, was ihre Haltungen und Handlungen maßgeblich prägt und was sie unbedingt weitergeben möchten. Werte fallen nicht vom Himmel, sondern bilden sich in einem langen Prozess aus Erfahrungen und der Verarbeitung dieser Erfahrungen. Somit sind Werte nicht statisch, sondern unterliegen der Dynamik eines Wandlungsprozesses. Den Erfahrungen von Unrecht und Leiden und die Verarbeitung dieser Erfahrungen können wertebildend werden. Wertebildung ist aber auch Teil der lebenslang andauernden Identitätsentwicklung eines Menschen. Diese Wertebildung bedarf kontinuierlicher Impulse, eines Austauschs und einer glaubwürdigen Praxis.

Theoretische Grundlagen wurden mit praktischen Erfahrungen verbunden
Die aus europäischen Grundtvig-Mitteln geförderte Lernpartnerschaft „INTERKULT - Wertevermittlung im interkulturellen Kontext. Konsequenzen für die Erwachsenenbildung in Europa“ hat von 2010 – 2012 insgesamt zwölf Institutionen aus Deutschland, Italien, Liechtenstein, Österreich, Rumänien und Tschechien zusammengeführt. Aus Österreich war das Kardinal König Haus – Bildungszentrum der Jesuiten und Caritas – mit dem Bereich Gesellschaftsfragen an der Lernpartnerschaft beteiligt. Aus den anderen Ländern waren es teilweise kirchliche Einrichtungen aus katholischer orthodoxer und evangelischer Kirche wie auch Hochschulen, Stiftungen und Institute in freier Trägerschaft. Innerhalb der Lernpartnerschaft haben Wissenschaftler mit in der praktischen Arbeit Tätigen in guter Weise kooperiert. Theoretische Grundlagen wurden mit praktischen Erfahrungen an den unterschiedlichen Lernorten verbunden. Ein Curriculum zur Werteverständigung und Wertebildung wurde unter Einbeziehung konkreter Erfahrungen an den Lernorten erarbeitet. Festgehalten wird in dem Curriculum, dass eine werteorientierte Bildung erfolgen muss in den Bereichen „informelle Bildung“, gekennzeichnet durch die alltäglichen Erfahrungen und ein bürgerschaftlichen Engagement, der „beruflichen Bildung“ sowie der „institutionellen Bildung“, durch die Institutionen zu lernenden und wertebildenden Organisationen werden können.
Einen großen Stellenwert erhält in der Wertebildung in einer globalen und pluralen Welt die interkulturelle und interreligiöse Kompetenz. Diese Kompetenzen ermöglichen es, in der Begegnung, im Hören aufeinander und im Sprechen miteinander, einen Prozess der Verständigung und der Wertebildung anzustoßen, der die eigenen Erfahrungen einbringt und die Erfahrungen der anderen wahrnimmt.

Curriculum mit Wertedidaktik entstanden
Das Curriculum beinhaltet eine Wertedidaktik, die einen methodischen Weg zur Erreichung der Lernziele, u. a. der Förderung der eigenen Identität, der Offenheit für kulturelle und religiöse Vielfalt sowie des gegenseitigen Respekts, aufzeigt. Der so entstandene „Rahmen“, der bei Konzeption und Durchführung von Bildungsmaßnahmen helfen kann, steht fortan allen Institutionen in Europa, die sich Werte bildend und Werte vermittelnd in der Bildungsarbeit mit Erwachsenen betätigen, zur Verfügung. Das mit einem Praxisanhang versehene Papier kann auch für die Initiierung und Konzeption von Werte-Prozessen, z.B. in Einrichtungen der Kranken- und Pflegehilfe, in Sozialen Diensten und weiteren Einrichtungen, deren Mitarbeiterschaft und Zielgruppen sich in einer Vielfaltsgesellschaft kulturell und religiös immer pluraler zusammensetzt, hilfreich sein.
Die Lernpartnerschaft selbst hat erwiesen, dass der Dialog über Werte bereits einen Wert darstellt. Er öffnet die Augen für den Anderen.

Dr. Werner Höbsch / Heinz Müller/Mag. Georg Nuhsbaumer


 
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Auftakt-Vortrag mit Prof. Joachim Bauer: Über die Wirksamkeit der zwischenmenschlichen Beziehung. Mehr dazu hier